Sorry, aber ohne Online geht gar nix mehr!

Du erinnerst dich bestimmt an die Werbung in den 1990er Jahren. Wie schön war es damals, einfach Prospekte zu versenden oder in einer Zeitung ein Inserat zu schalten. Ein wenig noch auf Messen fahren, Visitenkarten verteilen und Postwürfe raushauen. Fertig. Sorry, aber so läuft die Show heute nicht mehr. Werbung bedeutet, online ein Markenerlebnis zu bieten und Kunden mit genau jenen Informationen zu versorgen, die sie im Moment benötigen. Nicht mehr und nicht weniger.

Im vergangenen Jahrhundert konnte man (potenzielle) Kunden noch regelrecht mit Werbung “zumüllen”. Zwangsbeglückung war angesagt. Das hat sich in Zeiten von Socialmedia und der steigenden Zahl an Onlinern deutlich geändert. Jetzt sollte man als Werber oder Marketer wissen, wo sich die Zielgruppe herumtreibt. Das bedeutet zu wissen,

  • welche Medien und Webportale
  • welche Socialmedia Kanäle und zu
  • welchen Zeiten und Bevölkerungsanteilen die Zielgruppe unterwegs ist.

Und das Wichtigste daran: Was die Zielgruppe interessiert und welche Informationen sie benötigt. Kunden von Heute kennen sich nämlich aus. Die kann man nicht mehr zwangsbeglücken.

7,21 Millionen sind in Österreich online!

Zwei Drittel der Österreicher gehen mit mobilen Endgeräten ins Internet (72,9 % Männer, 67,2 % Frauen). Im Schnitt surfen dabei 70 % aller Onliner  mit Smartphone oder Tablet im Web. Das sagt die Österreichische Webanalyse ÖWA.

Die ÖWA weiß auch, wieviele Österreicher online unterwegs sind: 83,6 % der Gesamtbevölkerung wird als “Internetnutzer” ausgewiesen. Das ist in einer Zahl ausgedrückt 7,21 Millionen Menschen, die in Österreich online gehen [Statistik Austria ausgehend von Bevölkerungszahl 2015].

Davon sind die 14- bis 29-Jährigen mit einem Anteil von 98,9 % ihrer Altersgruppe beinahe vollständig im Internet unterwegs. Die findest du auf keinen anderen Medienkanälen mehr, außer alles, was online ist! Autsch, ist das deine Zielgruppe? Machst du für die offline Werbung?

Suchmaschinen und Emails

Was tun diese Millionen Menschen im Internet? Die oben zitierte ÖWA gibt dazu folgende Antwort:

  • 93 % nützen Suchmaschinen (davon geht jeder 2 bis 3 Mal täglich allein auf Google!*)
  • 89,9 % versenden und empfangen private Emails
  • 80,8 % suchen nach dem aktellen Wetter
  • 75,7 % suchen zielgerichtet nach Angeboten (= die wissen schon, was sie wollen!)
  • 75,7 % sind an Nachrichten und Politik interessiert
  • 73,1 % treiben sich auf Webseiten mit Routenplanern herum

Und jetzt stelle dir einmal die Frage, was du noch mit klassischer Werbung erreichen möchtest?

“Wen soll dein gedruckter Katalog, dein Werbeflugblatt, dein Inserat in einer gedruckten Zeitung erreichen?”

Provokant formuliert wären das wohl die verbleibenden rund 14 % der Gesamtbevölkerung im Alter von 0 bis 13 Jahre und älter als 75 Jahre. Sind das deine Kunden? Ernsthaft, erzähl dieses Märchen jemand anderem!

Okay, ich höre eh schon wieder auf zu provozieren. Doch du solltest dir diese Zahlen wirklich zu Herzen nehmen, willst du erfolgreich dein Geschäft, deine Firma in die Zukunft führen!

Übrigens kannst du auch für Deutschland von diesen Angaben zur Online- Nutzung ausgehen. Dabei ist die Branche egal. Die Kunden aller Branchen sind bereits online und werden es auch bleiben! Ob du das willst oder nicht. Du kannst deinen Kunden die Internetnutzung nicht verbieten und ihnen diktieren, wo sie deine Werbung erhalten und gefälligst lesen sollen.

Über das habe ich mich wirklich geärgert

Unlängst wollte ich Papierwerbung (Flyer, Beilagen, Postwurfsendungen) und erzwungene Zusendungen von Gratiszeitungen stornieren. Also ging ich zum Postamt und wollte die Werbung abbestellen. Dort antwortete man mir, ich müsste einen Brief (!) nach Wien schicken (Adresse erhielt ich) oder zur Wirtschaftskammer gehen, um dort diese Formalität zu erledigen. Online ginge das nicht. Brief schreiben ist nötig.

Holla, geht’s noch? Bei der Wirtschaftskammer gab man mir dann die Auskunft: “Geh zum Libro und kaufe dir einen Aufkleber mit ‘keine Werbung’. Das genügt.” Den klebe ich jetzt auf meinen Briefkasten und dann ist Ruhe mit dieser Papierflut. Die ist ökologisch sowieso nicht mehr vertretbar.

Ein anderes Ärgernis sei hier auch noch erwähnt. Arzttermin, meine Freundin sollte ihre Krankendaten mitbringen. Der Amtsarzt wird ihr gegenüber ausfällig, da sie ihre Röntgenbilder nicht zum Termin mitbrachte. Der Einwand meiner Freundin, die bekäme man nicht mehr, und sie hätte sie auf CD mit bzw. sie wären in ihren Stammdaten gespeichert, kriegt der Arzt einen Wutanfall. Er würde auf richtige Röntgenbilder bestehen. [Anmerkung: kein PC am Schreibtisch des Arztes, der um die 60 Jahre alt ist.]

Ehrlich gesagt, wir haben alle eine E-Card und leben im Jahr 2016. Kopfschütteln, Irritation.

Irrglaube und Fehleinschätzungen

Bei solchen Erlebnissen kommt mir ein Zitat in den Sinn, das Kaiser Wilhelm II in den Mund gelegt wird:

“Ich glaube an das Pferd. Automobile sind eine vorübergehende Erscheinung.”

Nur weil das angeblich der deutsche Kaiser sagte, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Einschätzung richtig und zeitgemäß war. Im übertragenen Sinn denke ich mir:

Nur weil der Amtsarzt auf Röntgenbilder der alten Schule besteht, bedeutet das noch lange nicht, seine Patienten (Kunden) zu zwingen, mit analogen Daten bei ihm aufzutauchen. Abgesehen davon sind analoge Bilder weniger aussagekräftig als digitale, hochauflösende MR-Aufnahmen.

Nur weil man es einem offensichtlich schwer machen will, Printwerbung abzubestellen, wird das online Werbung und meine Aktivitäten im Internet nicht verhindern. Werde ich nicht Printwerbung den Vorzug vor online Werbung geben. Sorry. Aber da komme ich mir wirklich gefrotzelt vor von WKO, Post und den Institutionen dahinter.

Beobachte dich selbst!

Was will ich dir mit dieser Geschichte erzählen? Falls du diesen oben angeführten Zahlen zum Online-Verhalten nicht glauben solltest, dann teste dich selbst. Du liest ja jetzt auch diesen Beitrag online. Den gibt es nicht auf Papier. Denn das Blog ist ein Online-Medium.

Was tust du also hier, wenn du der Meinung bist, mit Printwerbung (und vielleicht ein wenig Facebook) würdest du deine Kunden im Jahr 2016 noch erreichen? Weshalb willst du deinen Firmenauftritt im Internet deinen Kunden vorenthalten?

Bitte beobachte dich also selbst. Schreibe eine Woche lang mit, wenn du online gehst. Wie lange du im Netz bist, wie oft du täglich das Internet nützt, welche Seiten du besuchst, und mit welchem Gerät du ins Internet gehst. Smartphone, Desktop oder Laptop, Tablet? Und dann ziehe Bilanz, wie du dich selbst im Internet verhältst.

Ach ja, und wenn du glaubst, du würdest keine App für deine Firma benötigen, weil das “Bullshit” ist, dann bitte denke dran, dass du vielleicht selbst mit dem Smartphone im Internet unterwegs bist. Anwendungen auf Smartphones sind Apps. Sorry, Guys! (Bull-)Shit Happens. 😉

Du wirst online gehen müssen

Hast du den Selbsttest gemacht? Hast du einmal deine Kinder beobachtet, wie oft die schon täglich im Internet sind? Bist du der Meinung, dass deine Kunden viel zu alt fürs Internet sind? Dann beobachte mal deine Eltern oder Freunde der Altersgruppe 55 Plus.

Hoppla, die surfen ja im Netz und schicken sich Nachrichten auf WhatsApp. Autsch. Genau das meine ich. Deine Kunden sind online. Schon längst, seit Jahren. Nur du hast das verschlafen.

“Die digitalen Medien kamen um zu bleiben. Du wirst sie nicht wegzaubern können, indem du dich ihnen verweigerst. Damit zauberst du höchstens dein Unternehmen vom Markt und gefährdest damit Arbeitsplätze – deinen und den deiner Mitarbeiter.”

Okay, ich bin eh schon wieder ruhig mit Sticheln. Aber genauso wenig konnte man die Dampfmaschine, den Elektromotor, das Auto, den ersten digital programmierbaren Computer für den Heimgebrauch von IBM (das war 1949) in der Vergangenheit wegzaubern. Diese Technologien sind gekomme um zu bleiben. Dein Job ist es jetzt, sie bestens in dein Business zu intergrieren. Denn du bekommst damit viele Vorteile für deine Werbung und dein Marketing, deine Umsatzentwicklung und deine Markenbekanntheit.

Vorteile im online Marketing

Die auffälligsten Vorteile im Marketing lauten:

  • Du setzt dein Werbebudget viel effizienter ein.
  • Du kannst Kunden weitaus gezielter ansprechen und sie zum Kaufen bewegen.
  • Du bläst dein Geld für Werbung nicht mehr in die Luft. Vorausgesetzt, du weißt, wie du das professionell angehst, das digitale Marketing.

Und an dieser Stelle nochmals ein Hinweis, falls du diesen Aussagen nicht glaubst. Auch der Transformationswerk Report 2016 sagt, es bliebe in den Unternehmen und beim Management viel zu oft noch beim Disktuieren und Überlegen. Derweil verschläft man den digitalen Wandel und die dringend nötigen Maßnahmen das Unternehmen auf digital, auf online umzustellen. Studie zum deutschen Mittelstand, hier downloaden.

Fazit

Kurz und bündig kann ich dir nur raten. Ergreife 2017 die Chance und gehe online mit deinem Unternehmen. Weil das deine Kunden von dir bereits erwarten. Und nur du noch zögerst. 7,21 Millionen Menschen in Österreich erwarten deinen professionellen Online-Auftritt um die Werbeinformationen von dir im Internet am SMARTPHONE zu lesen.

 

Welche Ziele du mit Werbung und Marketingmaßnahmen im Internet erreichen kannst, erzähle ich dir im nächsten Beitrag, in einer Woche.

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Das könnte dich auch interessieren –> Digital Marketing

***

Zum Nachlesen:

Österreichische Webanalyse

Statistik Austria, Bevölkerungsdaten

Andere Quellen:

* Skripten “Suchmaschinenmarketing” von Viktor Zemann, OMM 8, Donau Universität Krems

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4 comments for “Sorry, aber ohne Online geht gar nix mehr!

  1. 11. Februar 2017 at 11:35

    Danke Angelika. Absolut auf den Punkt gebracht. Wie immer bestens analysiert und recherchiert. Alles gute weiterhin! Brigitte

    • 12. Februar 2017 at 11:24

      liebe Brigitte,
      vielen Dank für das Feedback. Ich vermute mal, du kennst die in diesem Beitrag beschriebene Situation bestens aus persönlicher Erfahrung. Schreibst ja auf deiner leisesohlen.at von “chaotisch scheinenden Situationen”. 😉 Nix anderes beschreibe ich hier. Auch persönliche Erfahrung und Erlebnisse, die mir Kollegen erzählten, lenkten meinen Blick auf dieses scheinbare Durcheinander in Unternehmen beim Thema Onlinemarketing.

      Bin derzeit noch am Lesen von Kerstin Hoffmanns neuem Buch (“Lotsen in der Informationsflut”) und stelle fest, dass sich ein Dilemma durch sehr, sehr viele Unternehmen zieht. Das Dilemma, über keinerlei Strategie und Unternehmensziele zu verfügen.

      Meine Hypothese: Onlinemarketing (v.a. die Kommunikationspolitik) erfordert klare Unternehmensziele und eine gut geplante Strategie. Bevor ich mir als Entscheider jedoch eingestehe, im Blindflug unterwegs zu sein (das wird, mangels Fehlerkultur, als Zugeständnis persönlichen Scheiterns verstanden), verschleppe ich lieber die notwendigen Entscheidungen für ein zeitgemäßes Marketing und tue so, als ob (=viel diskutieren drüber nach außen hin, und in der Planung und Diskussion stecken bleiben).

      Schließlich spricht auch Hoffmann an wiederholter Stelle in ihrem oben zitierten Buch von Ängsten und damit einhergehenden veralteten Unternehmensstrukturen, welche die digitale Transformation verhindern. Und sie lässt “Best-Practise CEOs” zu Wort kommen, die ein solches zögerndes Verhalten als höchst fahrlässig für das Unternehmen bezeichnen.

      Hinsichtlich meiner Masterthesis wäre vielleicht ein persönliches Gespräch mal vor Ort interessant. Was sagst du dazu? Zum Erfahrungsaustausch.
      Ich fahre ja immer wieder in Kärnten durch und du lägest auf meiner Strecke. 😉
      liebe Grüße,
      Angelika

      hier geht es zur Webseite des Buches: Lotsen in der Informationsflut

      • 12. Februar 2017 at 11:53

        Liebe Angelika, sehr gern! Ich verfolge mit großem Interesse deine Wege… Meine Kontaktdaten findest du ja eh 😉 – bis bald, Brigitte

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